Als ich mich zur Vernissage am 27. November über Jordi Mendez im Internet informieren wollte, fand ich keinen Eintrag. Als ich ihn darauf ansprach, sagte er: »Da wollte ich mich schon lange mal drum kümmern.« Aber es klang etwas widerwillig.

Verlinkt habe ich ihn gefunden: Der Keramikatlas, das umfassendste Informationswerk für Keramiker, ansässig in Höhr-Grenzhausen, einem der wichtigsten Keramikorte, führt ihn. Ein Eintrag vom Olden­burger Keramikmarkt, einem der angesehensten Märkte Deutschlands war auch dabei.

Aber auch der Eintrag zum »Tag der offenen Töpfereien« ist zu finden. In jedem Fall eine besondere Adresse, die Sie sich für das nächste Jahr im März vormerken sollten. Da finden Sie seine Arbeiten in einer hallenähnlichen Werkstatt. Gradlinig, aufs wichtigste geachtet, mittendrin der Akteur im steten Gespräch mit seinen Gästen. So habe ich ihn vor zwei Jahren angetroffen.

Jordi Mendez ist ein Arbeiter – einer, der männlich und stolz, bodenständig und stark in Erscheinung tritt. Er ist gebürtiger Katalane, seit vielen Jahren in Jena lebend, und behauptet von sich, eigentlich ein Thüringer zu sein.

Wir freuen uns diese Ausstellung mit seinen Arbeiten noch bis Mitte Januar zeigen zu können, denn bereits beim Blick durch die Schaufensterscheibe kann ein Leuchten in Gelb, Orange und Rot wahr­genommen werden, was gerade zu dieser Jahreszeit für innere Aufhellung sorgt.

Diese leuchtenden Farben erreicht er, indem er höher brennt, als es in der Rakutechnik üblich ist. Bei 1050 – 1080°C liegt der Brennbereich seiner Arbeiten. Engoben und Sinterengoben kommen zur Anwendung.

Die Oberflächen seiner Rakus sehen reizvoll aus und entstehen durch den Abdruck verschiedener Materialien, wie Stoff oder andere Gewebe. Die Formen der Gefäße sind klar und durchdacht. Präzise gearbeitete Deckellösungen überraschen in ihrer Vielfalt, und die Verbindung von Ton und Metall erfreut das Auge.

So finden wir Sammel- und Fundstücke aus Metall, wie z.B. Schrauben, Bolzen, Muttern, Nägel usw., die alle Geschichten erzählen können, und hier bereits in mehrfacher Verwendung ihren Einsatz finden.

Jordi Mendez ist ein typischer Quereinsteiger. Seine Ausbildung hat er bei Kollegen in ihren Kurs­angeboten erhalten. Seine Gefäße, Vasen und Dosen, sollen Behältnisse sein, die im Leben Verwendung finden und nicht nur abgestellt werden. Darum hat er ausdrücklich gebeten.

Ich bin überzeugt davon, dass es Ihnen nicht schwerfällt, diese Schönheiten auch zu gebrauchen, denn gerade darin liegt ja der Nutzen des Gefäßes. Eine Keramik aus dieser Ausstellung garantiert doppelte Freude: Einmal beim Beschenkten und beim Verschenken freut man sich mit.

Marita Helbig

 

Ausstellung vom 27. November 2014 bis 17. Januar 2015